Werbeanzeigen selbst schalten: Die Komplett-Anleitung für Einsteiger (2026)

Ich habe über 1,8 Millionen Euro in Werbeanzeigen investiert. Für kleine Unternehmen, für mein eigenes Business, für alles dazwischen. Und ich sage dir eins ganz ehrlich:
Das, was Agenturen dir als Raketenwissenschaft verkaufen, ist einfacher als du denkst.
Werbeanzeigen selbst schalten ist kein Hexenwerk. Es ist ein Handwerk. Und wie jedes Handwerk kannst du es lernen — mit 20 bis 35 Stunden echtem Lernaufwand. Danach? 5 bis 8 Stunden pro Woche für die Optimierung, 15 Minuten am Tag fürs Monitoring.
In dieser Anleitung bekommst du alles, was du brauchst, um deine erste Facebook Werbung selbst zu schalten. Kein Blabla, keine Theorie-Vorlesung. Nur das, was wirklich funktioniert — Schritt für Schritt, so dass du heute noch starten kannst.

Bevor du loslegst: 5 Voraussetzungen für erfolgreiche Online-Werbung

Bevor du auch nur einen Cent in Online-Werbung steckst, check diese Liste ab. Ohne diese Grundlagen verbrennst du Geld.

1. Ein Angebot, das offline funktioniert

Klingt offensichtlich, ist es aber nicht. Wenn du offline noch keinen einzigen Kunden überzeugt hast, werden Ads das Problem nicht lösen. Werbeanzeigen sind ein Verstärker. Sie verstärken, was schon da ist — Gutes und Schlechtes. Faustregel: Hast du schon 5 bis 10 zahlende Kunden und weißt, warum die bei dir kaufen? Dann bist du bereit.

2. Eine Landingpage mit klarem Ziel

Du brauchst eine Seite, auf die du die Leute schicken kannst. Keine 47-Seiten-Website. Eine Seite. Mit einem klaren Angebot und einem klaren nächsten Schritt — Termin buchen, kaufen oder E-Mail eintragen. Wie du die perfekte Landingpage für Lead-Generierung baust, erkläre ich im Detail [im [Guide zur Lead-Generierung ohne Agentur](https://blog.umsatz.ai/lead-generierung-ohne-agentur/)](https://blog.umsatz.ai/lead-generierung-ohne-agentur/).

3. Ein Budget für mindestens 90 Tage

Das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen. Du brauchst genug Budget, um dem Algorithmus Zeit zu geben. Mindestens 500 Euro pro Monat, besser 1.000 Euro. Und du musst bereit sein, das für mindestens 3 Monate durchzuziehen.

4. 20 bis 35 Stunden Lernzeit

Nicht am Stück. Aber rechne damit, dass du in den ersten 2 bis 4 Wochen investierst, um das System zu verstehen. Danach läuft es.

5. Die Bereitschaft, Daten statt Bauchgefühl zu folgen

Du musst keine Excel-Tabellen lieben. Aber du musst bereit sein, dir Zahlen anzuschauen und Entscheidungen darauf zu basieren. Welche Zahlen das genau sind, erkläre ich [im [Artikel über [die 5 wichtigsten Meta Ads KPIs](https://blog.umsatz.ai/meta-ads-kpis/)](https://blog.umsatz.ai/meta-ads-kpis/)](https://blog.umsatz.ai/meta-ads-kpis/).

In 5 Schritten zur ersten Werbeanzeige: Die Facebook-Werbung-Anleitung

Schritt 1: Business Manager einrichten

Der Meta Business Manager ist deine Kommandozentrale. Hier verwaltest du alles — Werbekonten, Seiten, Pixel, Zugriffe.
So geht es:
Geh auf business.facebook.com
Klick auf "Konto erstellen"
Gib deinen Unternehmensnamen, deinen Namen und deine geschäftliche E-Mail ein
Erstelle ein Werbekonto unter Einstellungen
Hinterlege eine Zahlungsmethode
Zeitaufwand: 30 bis 45 Minuten. Die Oberfläche ist 2026 deutlich übersichtlicher als früher. Meta will, dass du Geld ausgibst — sie machen es dir nicht absichtlich schwer.

Schritt 2: Den Meta Pixel installieren

Der Meta Pixel ist ein Code-Snippet, das auf deiner Website läuft und das Verhalten der Besucher trackt. Ohne Pixel fliegt der Algorithmus blind — du weißt nicht, was funktioniert und was nicht.
So geht es:
Im Business Manager: Events Manager, Datenquellen, Pixel hinzufügen
Gib dem Pixel einen Namen
Installier ihn auf deiner Website (WordPress, Webflow und Shopify haben einfache Plugins dafür)
Richte mindestens diese Events ein: Seitenaufruf, Lead, Kauf
Pro-Tipp: Nutze 2026 unbedingt die Conversions API zusätzlich zum Pixel. Das verbessert dein Tracking massiv, weil es serverseitig läuft und nicht von Browsern blockiert wird. Zeitaufwand: 1 bis 2 Stunden.

Warum sauberes Tracking entscheidend ist und was passiert, wenn deine Agentur den Pixel besitzt statt du, erkläre ich im Artikel Werbeagentur kündigen.

Schritt 3: Kampagnenstruktur verstehen

Hier scheitern die meisten Anfänger — nicht weil es kompliziert ist, sondern weil sie zu viel auf einmal wollen.
Die Struktur bei Meta Ads hat drei Ebenen:
Kampagne — dein Ziel (zum Beispiel Leads, Verkäufe, Traffic)
Anzeigengruppe — dein Targeting plus Budget plus Platzierung
Anzeige — dein Creative (Bild oder Video plus Text)
Für den Start empfehle ich dir eine einzige Kampagne:
Kampagnenziel: Leads oder Verkäufe (je nach Geschäftsmodell)
1 Anzeigengruppe mit Advantage+ Targeting (lass Meta die Arbeit machen)
3 bis 5 verschiedene Anzeigen
Das ist es. Keine 17 Anzeigengruppen mit Mikro-Targeting. Der Algorithmus ist 2026 so gut im Finden der richtigen Leute — lass ihn arbeiten.

Schritt 4: Creatives erstellen — der wichtigste Schritt

Dein Creative — also das Bild oder Video plus der Text — ist zu 80 Prozent für den Erfolg deiner Anzeige verantwortlich. Nicht das Targeting. Nicht das Budget. Das Creative.
Was 2026 funktioniert:
Kurzvideos (15 bis 30 Sekunden): Handy-Qualität reicht. Du brauchst kein Filmteam. Eine Handykamera, gutes Licht und eine klare Message.
Problem, Lösung, CTA: Nenn das Problem deiner Zielgruppe in den ersten 3 Sekunden. Zeig deine Lösung. Sag, was sie tun sollen.
UGC-Style schlägt Hochglanz: Anzeigen, die wie normaler Social-Media-Content aussehen, performen besser als teure Produktionen.
Formate zum Testen:
Talking-Head-Video (du sprichst direkt in die Kamera)
Vorher-Nachher (wenn anwendbar)
Bildkarussell mit 3 bis 5 Slides
Statisches Bild mit starker Headline
Für den Anzeigentext: Erste Zeile gleich Hook — der Grund, warum jemand aufhört zu scrollen. Dann 3 bis 5 Zeilen Mittelteil mit Problem, Lösung und Beweis. Dann CTA am Ende. Wie du richtig gute Hooks schreibst, die deine Zielgruppe stoppen, erkläre ich [im [Artikel über Meta Ads für Dienstleister](https://blog.umsatz.ai/meta-ads-fuer-dienstleister/)](https://blog.umsatz.ai/meta-ads-fuer-dienstleister/) unter dem Abschnitt Nischenhooks.
Zeitaufwand für 3 bis 5 Creatives: 3 bis 5 Stunden beim ersten Mal. Danach wird es schneller.

Schritt 5: Launch und die richtigen Einstellungen

Bevor du auf Veröffentlichen klickst:

Budget: Starte mit 20 bis 30 Euro pro Tag
Platzierung: Advantage+ Platzierungen (lass Meta optimieren)
Optimierung: Für dein gewünschtes Conversion-Event
Zeitplan: Durchgehend laufen lassen (der Algorithmus optimiert selbst)
Klick auf Veröffentlichen. Deine Anzeige geht in die Überprüfung (dauert 1 bis 24 Stunden) — und dann läuft sie.
Du hast gerade deine erste Werbeanzeige selbst geschaltet. War das Raketenwissenschaft? Nein.

Budget-Realität: Was du mit 500, 1.000 und 3.000 Euro im Monat erreichen kannst

500 Euro pro Monat (circa 17 Euro pro Tag)
Reichweite: circa 30.000 bis 80.000 Impressionen pro Monat
Leads: circa 15 bis 40 bei 5 bis 10 Euro pro Lead
Geeignet für: Testen, erste Erfahrungen, lokale Dienstleister
Reicht zum Lernen und für erste Ergebnisse. Aber erwarte keine Wunder.
1.000 Euro pro Monat (circa 33 Euro pro Tag)
Reichweite: circa 70.000 bis 180.000 Impressionen pro Monat
Leads: circa 30 bis 90
Geeignet für: Die meisten kleinen Unternehmen, Coaches, lokale Businesses
Das ist der Sweetspot für den Einstieg. Genug Daten für den Algorithmus, genug Leads für echte Ergebnisse.
3.000 Euro pro Monat (circa 100 Euro pro Tag)
Reichweite: circa 200.000 bis 500.000 Impressionen pro Monat
Leads: circa 100 bis 300
Geeignet für: Wachsende Unternehmen, skalierbare Dienstleistungen
Hier wird es richtig interessant. Genug Daten, um schnell zu optimieren und verschiedene Creatives parallel zu testen.
Diese Zahlen sind Richtwerte. Deine echten Ergebnisse hängen von Branche, Angebot und Creative-Qualität ab.

Die ersten 14 Tage: Was passiert und was du nicht tun solltest

Die ersten zwei Wochen sind die härteste Phase. Nicht weil etwas schiefgeht — sondern weil du die Finger still halten musst.

Was passiert

Tag 1 bis 3 — die Lernphase. Meta nennt es offiziell so. Der Algorithmus testet, wem er deine Anzeige zeigen soll. Die Ergebnisse schwanken stark. Kosten pro Lead können doppelt oder dreifach so hoch sein wie später. Das ist normal.
Tag 4 bis 7 — erste Stabilisierung. Die Kosten pendeln sich ein. Du siehst erste Muster.
Tag 7 bis 14 — echte Daten. Jetzt hast du genug Daten für erste Entscheidungen. Welches Creative performt? Welches pausieren?
Was du auf keinen Fall tun solltest
Nicht nach 24 Stunden panisch alles abschalten. Der Algorithmus braucht mindestens 50 Conversion-Events zum Lernen.
Nicht täglich am Budget rumspielen. Jede Änderung über 20 Prozent setzt die Lernphase zurück.
Nicht jede Stunde die Ergebnisse checken. Einmal am Tag reicht. Stell dir einen festen Zeitpunkt ein.
Nicht das Targeting ändern, weil jemand aus deinem Umfeld die Anzeige gesehen hat. Das ist normal und kein Problem.
Nicht neue Creatives hochladen, bevor du Daten von den ersten hast. Geduld. Erst nach 7 bis 14 Tagen optimieren.

Die 5 häufigsten Anfänger-Fehler beim Online-Werbung-Schalten

Fehler 1: Kein Tracking eingerichtet

Ohne Pixel und Conversion-Tracking wirfst du Geld in ein schwarzes Loch. Das ist wie Auto fahren mit verbundenen Augen. Lösung: Pixel plus Conversions API einrichten bevor du die erste Anzeige schaltest.

Fehler 2: Zu wenig Budget auf zu viele Kampagnen verteilt

500 Euro auf 5 Kampagnen mit je 10 Anzeigengruppen verteilt — keine hat genug Daten zum Lernen. Lösung: Eine Kampagne, eine Anzeigengruppe, 3 bis 5 Creatives. Fokus schlägt Komplexität.

Fehler 3: Creatives, die nach Werbung aussehen

Stock-Fotos mit Kauf-Button. Bitte nicht. Lösung: Authentische Creatives, die wie organischer Content aussehen. Handy-Video schlägt Hochglanz.

Fehler 4: Die falsche Metrik optimieren

Du feierst 10.000 Impressionen und 500 Likes — aber keinen einzigen Lead? Likes zahlen keine Miete. Lösung: Fokus auf CPA, ROAS und Cash Collected per Call Booked. Alle wichtigen Metriken und ihre gesunden Korridore erkläre ich im KPI-Artikel.

Fehler 5: Nach 3 Tagen aufgeben

"Ads funktionieren bei mir nicht" — gesagt nach 72 Stunden und 50 Euro Ausgaben. Lösung: Mindestens 14 Tage laufen lassen, bevor du Schlüsse ziehst. Mindestens 3 Monate, bevor du endgültig entscheidest.

FAQ: Werbeanzeigen selbst schalten

Kann ich Werbeanzeigen ohne Vorkenntnisse selbst schalten?

Ja. Du brauchst keine Marketing-Ausbildung und kein Informatik-Studium. Mit 20 bis 35 Stunden Lernzeit, einer guten Anleitung und der Bereitschaft, aus Daten zu lernen, kannst du erfolgreiche Kampagnen schalten.

Lohnt sich Facebook Werbung 2026 noch?

Mehr denn je. Meta hat über 3 Milliarden aktive Nutzer, die Algorithmen sind so gut wie nie zuvor und die Einstiegshürden sind niedrig. Die Frage ist nicht ob Meta Ads funktionieren — sondern ob dein Angebot und dein Creative gut genug sind.

Was kostet eine Agentur im Vergleich zum Selbermachen?

Eine Agentur kostet 1.500 bis 5.000 Euro pro Monat plus dein Werbebudget. Selbst schalten kostet nur das Werbebudget plus deine Zeit. Agenturen machen Sinn ab 10.000 Euro Monatsbudget. Darunter: mach es selbst. Den kompletten Kostenvergleich findest du in [meinem Artikel zum Thema Werbeagentur kündigen](https://blog.umsatz.ai/werbeagentur-kuendigen/).

Soll ich mit Facebook, Instagram oder Google Ads starten?

Für Einsteiger: Meta Ads, also Facebook plus Instagram. Die Einstiegshürde ist niedriger, die Algorithmen sind verzeihender und du erreichst Leute, die dich noch nicht kennen. Google Ads sind großartig, wenn Leute bereits aktiv suchen. Starte mit Meta, füge Google später hinzu.

Wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse sehe?

Erste Ergebnisse wie Klicks und Leads: 1 bis 7 Tage. Belastbare Daten: 14 bis 30 Tage. Stabile, optimierte Ergebnisse: 60 bis 90 Tage.

Über den Autor

Max Längsfeld ist Performance-Marketing-Experte und Gründer von umsatz.ai. Mit über 1,8 Millionen Euro eigenem Ad Spend hat er ein datengetriebenes System entwickelt, das Dienstleistern im DACH-Raum zeigt, wie sie ihre Werbeanzeigen selbst profitabel schalten können — ohne Agentur-Abhängigkeit und ohne Marketing-Studium.

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